Justizvollzugsanstalt Heinsberg:  WM-Super-Bär Willi kommt aus der JVA Heinsberg

 

WM-Super-Bär Willi kommt aus der JVA Heinsberg

Junge Strafgefangene im Fußball-Fieber
Der Leiter der Werkstatt mit Super-Bär Willi.

Hans Küppers kümmert sich in der JVA um die Werkstatt.

Das Bemalen des Bären mit Acrylfarbe wird von den Gefangenen erledigt.
Willi wird durch den Gefangenen aus der Gussform befreit.

© HS-Woche online vom 22. Juni 2010

In der Heinsberger Justizvollzugsanstalt (JVA) dreht sich seit einigen Wochen alles nur um eines: Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Ein Umstand, der die meisten zunächst nicht beeindruckt. Immerhin sind die jugendlichen Insassen in der Kreisstadt männlich und damit wahrscheinlich brennend am Verlauf des Turniers interessiert. Dennoch stecken einige der Insassen mehr Zeit und Kreativität in das Thema Fußball, als gedacht: In einer arbeitstherapeutischen  Maßnahme, die von Justizvollzugsamtsinspektor Hans Küppers geleitet wird, sind täglich etwa fünf bis sieben junge Männer damit beschäftigt einen ganz besonderen Artikel herzustellen. „Unser WM-Super-Bär Willi ist wirklich der absolute Renner“, erzählt Küppers, der momentan versucht, zusammen mit den Jungs die vielen Bestellungen abzuarbeiten. Die Spardosen-Tonfigur mit Ball und Ohren bekommt man inzwischen sogar nur, wenn man eine Wartezeit in Kauf nimmt.

„Die Idee hätte vielleicht etwas eher kommen müssen“, lacht der Mitarbeiter, „Leider haben wir erst rund 14 Tage vor der WM-Eröffnung mit der Produktion des WM-Bären angefangen, nachdem die Idee im Raum stand, etwas passendes in der hiesigen Werkstatt zu produzieren.“

Dabei werden in der Heinsberger JVA bereits seit langem Tag für Tag unterschiedlichste Figuren in Ton gegossen, getrocknet, bemalt und gebrannt.

„Die ersten Bären, die man übrigens in den unterschiedlichsten Wunschfarben haben kann, wurden bereits in den 80er Jahren hier gemacht. Irgendwann wurde aus dem Freizeitangebot für die Jugendlichen dann eine richtige therapeutische Maßnahme, mit der die Jungs lernen geregelt zu arbeiten“, erklärt Hans Küppers weiter.

Dass hier inzwischen rund 200 verschiedene Artikel produziert werden, die unter www.knastladen.de externer Link, öffnet neues Browserfenster erworben werden können, macht ihn auch ein bisschen stolz.

„Klar, gibt es bei uns keine Massenproduktion, dafür aber wirkliche Handarbeit, die die Jungs begeistert“, sind sich Küppers und sein Kollege Marc Oberschelp, der als Anwärter in der JVA beschäftigt ist, einig. Immerhin wird von Hand in Formen gegossen, anschließend muss der Ton aushärten, bevor die Insassen dem Bären mit Acrylfarbe und Pinsel ans Fell können. Pro Woche verlassen so momentan etwa 20 bis 25 Bären die Haftanstalt und werden ins Freie entlassen. Daneben laufen dann die Produktionen der anderen Bestellungen.

„Wer sich auf der Homepage des Knastladens umschaut, findet Figuren für den Garten oder zu verschiedensten Anlässen von Weihnachten bis hin zu Ostern, die alle jeweils etwas Besonderes haben und ebenso von Hand hergestellt werden, wie unser Bär, dem übrigens schon bald ein NRW-Bär folgen wird.“

Und wer sich die Sachen einmal genau ansieht, der erkennt, dass mit Freunde an den Figuren gearbeitet wird: „Ich hätte zwar nie gedacht, dass es so sein wird, aber es macht mir tatsächlich Spaß mit Pinsel und Farbe zu arbeiten“, ist sich einer der Insassen sicher.


 

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