Justizvollzugsanstalt Heinsberg:  Bauarbeiten beginnen mit drei Wochen Verspätung

 

Bauarbeiten beginnen mit drei Wochen Verspätung

An der JVA Heinsberg rollten gestern die Bagger an. Genehmigung zusätzlicher Forderungen bei der Erweiterung sind der Grund.

© Heinsberger Zeitung vom 01. August 2008

Von Redakteur Rainer Herwartz

Heinsberg. "Wir haben am 7. Juli alle vergeblich aus dem Fenster geguckt", sagt Ingrid Lambertz schmunzelnd. Denn an diesem Tag sollten eigentlich schon die Bagger anrollen, um die JVA Heinsberg zur mit 580 Haftplätzen größten Jugendstrafanstalt Nordrhein-Westfalens zu machen. Auch in den nächsten Tagen sollte der Blick der Anstaltsleiterin jedoch ins Leere gehen. Erst gestern war es schließlich soweit. Raupen und Bagger wirbelten in Windeseile mächtig Staub auf, um die neue Wichernstraße Richtung Kempener Straße "durchzufressen". Nach dem Spatenstich im März im Beisein von NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, beginnt an dem 74-Millionen-Euro-Projekt nun die heiße Phase.


Anstaltsleiterin, stellvertretender Anstaltsleiter und Bausachbearbeiter Willi Kroh, Ingrid Lambertz und Josef Bransch freuen sich über den Start der Erweiterungsmaßnahmen an der JVA.

Für den anstaltseigenen Bausachbearbeiter Josef Bransch war die Verzögerung nicht so überraschend, wie er bekundete. "Wir hatten ja noch Erweiterungen zur Erweiterung gefordert, und die haben am Ende zu der Verspätung geführt."
Zu diesen "Erweiterungen" zählen laut Bransch die Aufstockung des Gebäudes Strafhaft, die Vergrößerung der Küche und die Ausweitung der Turnhalle um 200 m². Der Sportplatz müsse zudem neu angelegt werden, ergänzt stellvertretender JVA-Chef Willi Kroh. Dieser werde nämlich durch die bauliche Tätigkeit schwer in Mitleidenschaft gezogen. Am Ende soll er einen Kunstrasenbelag erhalten. Auch der offene Vollzug wachse um 48 Plätze an. All dies führe auch dazu, dass der Kanal erweitert werden müsse. Wie ein "Rattenschwanz", so Ingrid Lambertz, reihe sich so eins ans andere. "Es kommt auch noch ein riesiges Regenrückhaltebecken dazu." Im Flächenbestand, erläutert Josef Bransch, werden etwa 30 Prozent der Bauleistungen erfolgen, der Rest sei im Erweiterungsbereich vorgesehen.
Die Genehmigung der zusätzlich geforderten Baumaßnahmen seien jedoch nicht der einzige Grund für die dreiwöchige Verspätung des Baubeginns gewesen, so der Bausachbearbeiter.
Das zuständige Tiefbauunternehmen habe nämlich noch auf den "Segen" der Kreisverwaltung warten müssen, weil es Recycling-Material als Straßen-Unterlage einbringen wollte. "Die Genehmigung liegt jetzt wohl vor."
Nach den Straßenbaumaßnahmen wird innerhalb der Anstaltsmauern eine provisorische Mauer errichtet, um den Abriss eines alten Mauerteils zu ermöglichen bis die neue, noch etwa einen halben Meter höhere Mauer steht.



 

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