Knastbesuch zwischen Staunen und Schaudern Es war ein perfekter Tag für die rund 4500 Besucher.
Quelle: Heinz Eschweiler

© HZ vom 09.10.2018


Heinsberg. Seit rund einem Jahr liefen die Vorbereitungen zum Tag der offenen Tür in der JVA Heinsberg. Am Abend nach dem Tag zogen die Verantwortlichen ein positives Fazit: „Es war ein perfekter Tag für die rund 4500 Besucher und auch die Kollegen“, meinte Franz-Josef Bischofs, stellvertretender Anstaltsleiter. Zusammen mit der Leiterin der JVA, Ingrid Lambertz begrüßte Bischofs im Eingangsbereich bereits zu früher Stunde die ersten Gäste. Der Andrang war gleich riesengroß, die ersten tausend Besucher wurden nach nur rund eineinhalb Stunden gezählt. Und gegen Mittag folgte der richtige Ansturm. Nicht nur am Lago waren die Parkplätze überfüllt, zeitweise musste die Zufahrt zur JVA bereits an der Kreuzung abgesperrt werden.

Rund zwei Stunden dauerte der rund vier Kilometer lange Rundgang. Bereits 2014 hatten zahlreiche Besucher beim Tag der offenen Tür nach der Fertigstellung der Erweiterungsbauten gestaunt, und auch diesmal machten viele große Augen. So hatten sich nicht wenige Besucher ein Gefängnis von innen nicht vorgestellt. Die großen Werkhallen und das vielfältige Ausbildungsangebot beeindruckten die Besucher. Die meisten waren sichtlich überrascht, mit so modernen Werkstätten hatten sie nicht gerechnet. In der Schreinerei ließ eine Seifenkiste aus alten Tagen gleich erkennen, was hier so alles hergestellt werden kann. Das Gefährt zog eben so an wie die Ergebnisse der Fliesenlegerausbildung. Hier zog nicht nur ein übergroßes NRW-Wappen die Blicke auf sich.

Neugierig machte auch der Gefangenentransporter im Innenhof. Hier bildete sich zum Teil eine lange Schlange, um einen Blick in den großen Bus mit den kleinen Fenstern werfen zu können. Weiter auf dem Rundgang ging es dann in den Haftbereich. Auch hier standen wie in den Werkhallen natürlich die JVA-Kollegen Rede und Antwort. Beängstigend für einige war sicher der Gang in eine Gefängniszelle. In dem Zusammenhang konnte auch die moderne Technik der Überwachungsmöglichkeiten bewundert werden. Der Weg führte schließlich zum „Altbau“ mit der weiteren Besichtigung einer Wohngruppe. Interessant fanden viele Besucher zudem das Sportgelände mit dem Kunstrasenplatz, der Sporthalle und den zahlreichen Sportangeboten sowie das pädagogische Zentrum mit den Schulklassen. Natürlich gehörte auch ein Abstecher in die Anstaltsküche sowie den Sanitätsbereich zum Programm. Es bot sich beinahe das Bild einer kompletten Stadt innerhalb der Gefängnismauern, einer eigenen Welt. (agsb)