Justizvollzugsanstalt Heinsberg:  Besuch in Heinsberg bietet Möglichkeiten zum Austausch

 

Besuch in Heinsberg bietet Möglichkeiten zum Austausch

34 Teilnehmer aus ganz Deutschland besprechen Fachthemen aus dem Jugendstrafvollzug. Rundgang durch die Anstalt.
Beim Rundgang in der JVA Heinsberg In der Anstaltsküche erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die Arbeitsvorgänge.
Quelle: Foto: agsb

© Heinsberger Zeitung vom 26.04.2017

Heinsberg. Erstmals in der Geschichte der JVA Heinsberg war diese Gastgeber einer sogenannten Praktikertagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendstrafvollzug. Hierzu wurden am Montagnachmittag 34 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet von Ingrid Lambertz, Leiterin der JVA Heinsberg, begrüßt. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft im Jugendstrafvollzug, um aktuelle Entwicklungen wie zum Beispiel die Flüchtlingsproblematik aufzugreifen und Erfahrungen auszutauschen. In Bundesländern mit wenigen Jugendstrafvollzugsanstalten haben die Leiter wenig Gelegenheit, sich mit Kollegen anderer Anstalten auszutauschen. Für die hat eine solche Tagung daher einen besonders großen Stellenwert.

Gestern Morgen besichtigten die Teilnehmer die JVA Heinsberg. Die Gruppen wurden von Anstaltsleiterin Lambertz und ihrem Stellvertreter Franz-Josef Bischofs geführt. Beim Rundgang waren die Teilnehmer zum Beispiel überrascht von den vielen Überwachungskameras. „Wir haben rund 170“, sagte Franz-Josef Bischofs. Die Teilnehmer richteten viele Fragen an Lambertz und Bischofs, wobei es auch um Neubauten ging.

Gut organisiert

In den neuen Werkhallen wünschten sich viele Teilnehmer solche Arbeitsbedingungen für ihre Heimatanstalt. Die Größe der Arbeitsbereiche mit integrierten Schulungsräumen ließ viele Teilnehmer staunen. Bei den Nachfragen wurde deutlich, dass ein Schwerpunkt in allen Anstalten bundesweit auf den Arbeitswerkstätten liegt. Denn die Ausbildung der Jugendlichen ist besonders wichtig. „Die Einrichtungen sind sehr gut organisiert, hier steckt ganz klar ein pädagogisches Konzept dahinter. Ich bin beeindruckt“, sagte Klaus Schmidt vom Wohngruppenvollzug in Sachsen-Anhalt. Beeindruckend war auch, dass täglich rund 20 Lehrpersonen vom Berufskolleg Geilenkirchen in die Anstalt kommen. Vor dem Hintergrund der durchschnittlichen Verbleibdauer der jungen Insassen in NRW von elf Monaten sahen besonders die Vertreter aus Hessen und Niedersachsen die in Heinsberg üblichen Ausbildungsmodule, die über Monate hinweg gehen, als sinnvoll an.

Aus Bremen war Jugendrichter Frank Böhm angereist. „Dieser Tag hat mit einen Einblick in eine große JVA verschafft, in Bremen ist alles wesentlich kleiner. Ich bin vom breiten Spektrum der Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten beeindruckt“, sagte er.

„Solche Tagungen bringen immer wieder neue Anregungen. Für mich persönlich zum Beispiel in Sachen Besuchsräume für Langzeitbesuche. So etwas gibt es bei uns nicht“, sagte Klaus Ernst aus Hessen. Am Nachmittag besuchte die Gruppe den Jugendstrafvollzug in Maastricht, wo sie ein völlig anders Konzept kennenlernte.


 

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