Justizvollzugsanstalt Heinsberg:  Aufbauen, wenn ein Tief kommt

 

Aufbauen, wenn ein Tief kommt

JVA Heinsberg braucht ehrenamtliche Betreuer für die Häftlinge
Gruppenfoto der Haupt- und Ehrenamtlichen mit den Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt

© Heinsberger Zeitung vom 31. März 2014

Heinsberg. Die JVA Heinsberg wächst. Die Zahl der Insassen verdoppelt sich. Und die Anstaltsleitung wünscht sich, dass auch die Anzahl der ehrenamtlichen Betreuer deutlich größer werden möge. Beim Jahrestreffen der ehrenamtlichen Betreuer in der JVA wurden dieses Thema und die Gestaltung der zukünftigen Arbeit gemeinsam zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen besprochen. 20 bis 25 ehrenamtliche Betreuer halten zurzeit Kontakt zu Gefangenen, die in der JVA Heinsberg ihre Haftstrafe verbüßen oder seit dem Erweiterungsbau nun auch in U-Haft einsitzen.

Zukünftig möchte die Anstaltsleitung, wie der stellvertretende Anstaltsleiter Franz-Josef Bischofs erklärte, auch für U-Häftlinge Ansprechpartner von außerhalb des Anstaltssystems finden. Für U-Häftlinge, die in der Regel nur zwei Monate in Heinsberg verbleiben, sind beispielsweise Spielgruppen angedacht. Circa 50 ehrenamtliche Betreuer würde die JVA Heinsberg gerne für die nach dem „Endausbau“ 566 Haftplätze zur Verfügung stellen können. Bischofs: „Wir sind für jeden dankbar, der unsere Arbeit unterstützt.“ Aufgabenschwerpunkte der ehrenamtlichen Betreuer sind Einzel- und Gruppengespräche, besonders für Gefangene, die eher wenig Kontakt zur Familie haben. In der zeitlichen Einteilung ihrer Tätigkeit sind die Ehrenamtler relativ frei. Eine Einarbeitung über bestehende Gruppen ist gegeben. Ansprechpartner für Interessenten, die mindestens 21 Jahre alt sein sollten, ist Bruno Geiser, der unter 02452 921-328 zu erreichen ist.

Eine „klassische Einzelbetreuerin“ ist Christa Brinkmann aus Neuss. In der JVA Düsseldorf lernte sie den jungen Mann kennen, den sie nun seit fünf Jahren in der JVA Heinsberg betreut. „Immer wieder aufbauen, wenn ein Tief kommt“, das sei das Wichtigste in den letzten fünf Jahren gewesen, so Brinkmann. „Meine Hauptaufgabe war es, Zuverlässigkeit zu vermitteln.“ Eine Ausbildung als Feinmechaniker hat ihr Klient in der JVA abgeschlossen. Zurzeit suchte Brinkmann für den jungen Mann einen Arbeitsplatz.

Um ausländische Mitbürger aus islamischen Ländern, die in Heinsberg einsitzen, kümmert sich der Betreuer Hüseyin Salin aus Übach-Palenberg. Salin: „Ich freue mich immer sehr, wenn sie nach ihrer Entlassung bei mir anrufen und sich bedanken.“ Salin, der für seine besonderen Verdienste zum „Tag des Ehrenamts“ vom NRW-Justizminister geehrt wurde, bemüht sich, die Jugendlichen aus ihrem alten Freundeskreis zu lösen und sie in ein soziales Umfeld zu führen, das ihnen hilft, draußen klarzukommen.


 

Druckvorschau in neuem Fenster öffnen   zum Seitenanfang gehen